Wer wählt die AfD und warum?

Veranstaltung mit Horst Kahrs (Rosa-Luxemburg-Stiftung) und
Dominike Pauli (Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat 6, FFM)

->Material von Horst Kahrs (Die Rechte an der Präsentation liegen beim Autor)

 

Donnerstag, den 02.03.2017 um 19:30 Uhr
Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69,
60329 Frankfurt am Main
, Clubraum 3

Horst Kahrs ist Sozialwissenschaftler, arbeitet zu den Themen Klassen und Sozialstruktur, Demokratie und Wahlen und ist am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung beschäftigt.
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Dominike Pauli berichtet über Untersuchungen zu AfD im Frankfurter Ortsbeirat.
Wie in anderen europäischen Ländern hat sich auch in Deutschland der Rechtsnationalismus als Partei etabliert und zieht mit zweistelligen Prozentergebnissen in die Parlamente ein. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Erklärungsansätzen, wer der AfD zu dieser Stärke verhilft.

Haben die bekannten 15% der Bevölkerung, die antidemokratisch eingestellt sind und chauvinistischen Vorurteilen anhängen in der AfD ihre Partei gefunden? Oder handelt es sich um Protestwähler, die sich als Globalisierungsverlierer wähnen und von den Eliten abgehängt fühlen?

Nach einigen Befragungen hat für viele der AfD-Wähler fehlende Gerechtigkeit einen hohen Stellenwert. Aber geht es ihnen in erster Linie um eine gerechtere Gesellschaft eben nur für Deutsche? Stimmen aus der Linken schlagen seit den rechten Wahlsiegen mit immer mehr Nachdruck einen »Linkspopulismus« vor. Ist das der Schlüssel einer Gegenstrategie?

Sind die Wähler der AfD in erster Linie politische Gegner der demokratischen Linken oder kann die LINKE bei ihnen aus dem Protestpotenzial für sich mobilisieren?

Dass der Aufstieg rechtsnationalistischer Parteien nicht nur hierzulande eine bedrohliche Herausforderung darstellt, ist unstrittig. Strittig dagegen sind offenbar die Interpretation dieses Aufstiegs und die politischen Folgerungen daraus.

Absicht auch dieser Zweiten in der Reihe offener Veranstaltungen des fds-hessen sind der Meinungsaustausch auf der Basis von Fakten und realen Erfahrungen und die politischen Schlussfolgerungen daraus. Darin sehen wir als innerparteiliche politische Strömung die Aufgabe dieser und künftiger Veranstaltungen in dieser Reihe.


»Wer sich durch die Globalisierung bedroht sieht, findet sich bei Grünen, SPD, FDP oder Union seltener als bei AfD oder Linkspartei. Das gilt auch für diejenigen, die sich in einer wirtschaftlich unsicheren Lage sehen. Die Entscheidung, ob sie AfD oder Linkspartei wählen hängt aber in einem hohen Maße von der Werteorientierung ab. Wer traditionellen Wertemustern anhängt, wählt eher die AfD, wer progressiven Wertemustern folgt, eher die Linkspartei. In diesem Sinne erscheint die Wahl zwischen rechter und linker Opposition sehr wohl als eine Frage der kulturellen Orientierung.«
Aus: Horst Kahrs, WAS TREIBT RECHTE WAHLERFOLGE?, Rosa-Luxemburg-Stiftung