Gut regiert werden

Beitrag von Dieter Storck zum Antrag des fds-hessen auf dem Landesparteitag

„Die Massen sind das Entscheidende, sie sind der Fels, auf dem der Endsieg der Revolution errichtet wird. Die Massen waren auf der Höhe….Und darum wird aus dieser ‚Niederlage‘ der künftige Sieg erblühen. … Eure ‚Ordnung‘ ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon ‚rasselnd wieder in die Höhe richten‘ und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: ‚Ich war, ich bin, ich werde sein!‘“
(Rosa Luxemburg, in ihrem letzten Artikel in der „Rote Fahne“ am Vorabend ihrer Ermordung.)

Rosa Luxemburg war also überzeugt: Morgen kommt die Revolution. Da ist natürlich jegliche Überlegung einer gemeinsamen Regierung mit Sozialdemokraten usw. völlig daneben. Und wenn heute die Annahme der „morgen schon“ stattfindenden Revolution richtig wäre, würde das gleiche gelten: Keinen Gedanken auf Koalitionen verschwenden. Wir könnten darauf setzen auf den Schultern der Arbeiter, Soldaten und landlosen Bauern in den Berliner Reichstag getragen zu werden.

Aber ist die Situation so, frage ich euch? Denn wenn sie nicht so ist, ist es unsere Pflicht als SozialistInnen darüber nachzudenken wie wir auf anderem Wege die Lebenssituation der Mehrheit in diesem Lande verbessern können. Nichts Anderes fordert der Antrag:

  • Die aktuellen Verhältnisse einschätzen
  • Konsequenzen ziehen
  • Alternativen für die Menschen aufzeigen und sie ihnen offen sagen
  • Möglichkeiten nutzen, wenn sie sich ergeben und darauf vorbereitet sein

Und dies gemeinsam mit den Menschen die eben auch nicht erwarten, dass morgen die Revolution „sich rasselnd erhebt“, sondern eher auf „gut regiert werden“ setzen.