Der Dschihadismus – eine Geißel unserer Zeit

Ein Beitrag von Michael Riese

In den Anmerkungen zu: „Für eine soziale Offensive und eine Politik des Friedens“ des hessischen Landesvorstandes der LINKEN sind wir auch auf das Problem der islamistischen Gewalt und des Terrorismus kurz eingegangen. Ich möchte hier das Thema noch mal aufgreifen und um einige Betrachtungen ergänzen.

Terroristische Anschläge in Europa, aber auch die Bilder verheerender terroristischer Anschläge in Afghanistan und dem Irak verunsichern und ängstigen viele Menschen. Solche Ängste werden von Demagogen und Populisten für ihre eigenen Ziele ausgenutzt. Zwar steigt auch die Gefahr des Rechtsterrors, aber im Zentrum der Wahrnehmung der Menschen hier steht vor allem der Dschihadismus.

Die Antwort der LINKEN kann kein Nachgeben gegenüber rassistischen Parolen und Islamhassern sein. Andererseits wird die einfache Schuldzuweisung, dass Kolonialismus und imperialistische Ausbeutung die Urheber des Terrors seien nicht viel nutzen.

Der Kolonialismus ist eine, aber nicht die alleinige Ursache für die Entstehung des Islamismus.  Islamistische Bewegungen heute sind in erster Linie als Protestbewegungen gegen die eigenen, als tyrannisch empfundenen Regierungen entstanden, die für die wirtschaftlichen Probleme, kulturelle Entfremdung und politische Ohnmacht der islamischen Welt verantwortlich gemacht werden. Modelle des Liberalismus, Sozialismus und Nationalismus waren alle gescheitert. Die entstandenen politischen Lücken füllen Islamistische Organisationen. Sie versprechen nicht nur die Lösung aller Probleme, die Rückbesinnung auf den Isalm, so die Hoffnung, werde die Muslime wieder zu alter Stärke führen und ihnen ihre Würde zurückgeben.

Besonders in Frankreich und Belgien kommt für die große nordafrikanische Community deren Ausgrenzung, Armut und Perspektivlosigkeit hinzu.

Im Islamismus geht es in erster Linie um Macht und sie agieren global. Wesentlichen Auftrieb erhielt der Islamismus durch den Sieg der islamischen Revolution im Iran gegen das verhasste Schah-Regime und der Sieg islamischer Kräfte gegen die sowjetischen Besatzungstruppen in Afghanistan.

Die Linke steht nun im Spannungsfeld, dass die USA (als Sinnbild des Imperialismus schlechthin) und die anderen westlichen Mächte in militärischen Konflikten mit zutiefst reaktionären Organisationen und Staaten stehen.

Zu oft noch ist die Linke dem Irrtum verhaftet, Bewegungen und Regimes als antiimperialistisch und antihegemonial zu betrachten, wenn sie nur antiamerikanisch auftreten. Immer sind die USA der Verursacher allen Übels, während der Islamismus als Reaktion auf diesen Akteur gesehen wird.

So gerät man als Linke dann letztlich an die Seite solcher Despoten und Verbrecher wie Gaddafi oder Assad und islamistischer Organisationen wie der Hamas.

Die Linke darf die islamistische Gefahr nicht banalisieren und die notwendige Kritik an der US-Politik darf sie nicht gleichzeitig zu einem Weggefährten russischer Großmachtpolitik machen.

In Afrika, Afghanistan und Nahost führen islamistische Kräfte Krieg zur Eroberung der Macht. Wo Sie Krieg führen, muss man sie in diesem Krieg auch besiegen.

Wo sie Terroranschläge verüben, werden die Staaten sich wehren. Dazu sind Polizei und Gerichte da.

Der Kampf gegen Fanatismus und Obskurantismus war immer eine wichtige Aufgabe der Linken. Daran sollte man sich erinnern.